Mitarbeiter motivieren – Blinder Gehorsam hat sich überlebt

Die Arbeitswelt hat sich verändert – Jobvielfalt, hohe Mobilität, der zunehmende Wunsch nach Selbstverwirklichung. Ein neuer Job bedeutet längst nicht mehr eine Unternehmensbindung bis ins Rentenalter. Bei Berufseinsteigern schon gar nicht.

Blinder Gehorsam der Mitarbeiter und ein autoritärer Führungsstil haben sich überlebt. Das mag einst funktioniert haben, doch gerade bei der Generation Y, ein höchst ineffektiver Ansatz.

Was kann man also tun, um gut ausgebildete Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden? Wie kann man seine Mitarbeiter zu freiwilliger Höchstleistung motivieren? Nachfolgend ein paar Anregungen und Gedanken.

So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter – unsere Tipps

Im Grunde ist es ein Geben und Nehmen. Die Basis ist Vertrauen. Welcher Motivator bei welchem Mitarbeiter der Richtige ist, müssen Sie selbst entscheiden. Auch, ob bestimmte Modelle funktionieren. Flexible Arbeitszeiten funktionieren unter Umständen nicht, wenn die Produktion still steht, weil von hinten keine Ware mehr rein kommt. Betrachten Sie unsere Tipps als Anregung. Sie werden sehen, dass vieles realisierbar ist. Ohne, dass es den Betriebsablauf stören würde.

  • Kommunikation – Transparent, klar und ehrlich ist in jeder Branche und bei jedem Jobprofil möglich. Dialog schafft emotionale Bindung. Regelmäßiger Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeitern. Nicht nur in Form eines Mitarbeitergesprächs sondern regelmäßig über „aktuelle Stunden“, Mitarbeiternewsletter, schwarzes Brett, etc. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern und machen Sie sie zu einem Teil des Unternehmens.
  • Lob – ehrlich, konkret, nicht ständig. Auch das ist immer möglich. Oder sagen Sie doch einfach einmal „Danke“. Für Deinen Einsatz, für die Extra-Meile, für´s Mitdenken oder „über den Tellerrand hinaus“ denken.
  • Wahrnehmen – nehmen Sie Ihre Mitarbeiter wahr und ernst. Sind Sie für sie da! Das darf auch gerne mal privat sein. Sorgen und Nöte belasten. Kennen Sie Ihre Mitarbeiter und erkennen Sie Veränderungen im Verhalten. Hinterfragen Sie aktiv Handlungen, die Ihnen negativ aufgefallen sind. Es gibt häufig einen Grund, den man gemeinsam aus dem Weg räumen kann.
  • Miteinander und Autonomie – Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, Ihre Meinung zu äußern, Kritik zu äußern, Verbesserungsvorschläge zu machen; Projekte vorzustellen, selbstständig Entscheidungen zu treffen oder auch mal etwas auszuprobieren. Beziehen Sie sie in Entscheidungen ein. Gegebenenfalls gibt es eine Testphase. Aber die Mitarbeiter hatten die Chance Dinge auszuprobieren.

Wer sich durchsetzt, gewinnt nicht immer

Ein Beispiel dazu: Kürzlich hat mir ein Vorgesetzter ein Erlebnis mit seiner Teamleiterin erzählt. In einer neuen Bankfiliale ging es um die Ablagefächer der Mitarbeiter. Die Teamleiterin wollte Weg A, die Mitarbeiter Weg B. Die Teamleiterin hat sich durchgesetzt. Nun raten Sie, was passiert ist: zum Thema Mittagspause flexibel dem Geschäftsbetrieb anpassen gab es keine Bereitschaft der Mitarbeiter auf ein Entgegenkommen. Das hat den Betrieb fast zum Erliegen gebracht. Dabei wäre es so einfach gewesen: Geben und Nehmen. Und das Geben hätte in diesem Fall keinem weh getan.

  • Verwirklichung – geben Sie Ihren Mitarbeitern Raum für eigene Ideen und Gedanken. Wer immer nur nach Vorgaben arbeitet ist irgendwann nur noch körperlich anwesend.
  • Vertrauen – Verantwortung übertragen, Freiraum für Ideen schaffen. Ganz wichtig. Und gerade damit tun sich viel Vorgesetzte und Unternehmen extrem schwer. Warum eigentlich?
  • Gleichgewicht– zwischen Arbeit und Freizeit, Belastung und Erholung. Dauernde Anspannung und dauernder Druck ist ein Motivationskiller und führt unweigerlich zur inneren Kündigung. Das Gefühl, nie zu genügen, schafft extremen Frust.
  • Besondere Erlebnisse – schaffen langfristige Motivation. Machen Sie z. B. 1x im Quartal Frühstücksmeetings, bei denen Sie mit Ihren Mitarbeitern gemütlich zusammen frühstücken und jeder seine wichtigsten Projekte und Aufgaben vorstellt. Die lockere Atmosphäre schafft ein hohes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Auch gemeinsame Teamevents, wie z. B. ein Besuch bei der Hausdruckerei anlässlich eines Tages der der offenen Tür, fördern das Miteinander. Während der Arbeitszeit versteht sich.

Und dann wären da noch:

  • Angemessene Bezahlung – ist ein Zeichen von Wertschätzung und sollte selbstverständlich sein. Mitarbeiter, die einen Zweitjob annehmen müssen, um sich und ihre Familie zu versorgen, sind bald ausgepowert und demotiviert. Ein Hamster im Rad. Und sie werden Ihnen auch nicht lange erhalten bleiben.
  • Bonuszahlungen – z. B. Projekt bezogen sind ein schöner Anreiz und keine Dauerleistung, an die sich der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin gewöhnt und die für ihn/sie selbstverständlich werden.
  • Weiterbildungsmöglichkeiten – kommen beiden Parteien zu Gute, schaffen Mehrwert und Bindung zum Unternehmen.
  • Flexible Arbeitszeit – starre Arbeitszeitmodelle sind überholt. Flexibilität ist für viele Arbeitnehmer von Bedeutung. Nicht nur für kreative Freigeister. Gleitzeit und Home Office statt starre Arbeitszeiten fördern die Eigenverantwortung. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern, es lohnt sich! Mitarbeiter mit Freiheit geben immer etwas mehr zurück.
  • Ziele – sind extrem wichtig, um motiviert zu arbeiten. Wer nicht weiß, wo die Reise hingeht wird auch nicht motiviert sein. Mitarbeiter müssen situativ gefördert und gefordert werden. Konkrete Jahresziele und regelmäßige Feedbackgespräche helfen dabei. Dann weiß jede/jeder „wo er/sie steht“.

Viele Unternehmen motivieren Ihre Mitarbeiter auch mit vergünstigten Mitgliedschaften im Sportstudio, Jobtickets, Tankgutscheinen, Wasser und Kaffee zur freien Verwendung, Obst, ein gemeinsam eingenommenes Mittagessen in der Kantine. Seien Sie kreativ und überlegen Sie sich, was zu Ihrem Unternehmen und Ihren Mitarbeitern passen könnte. Aber bitte: meinen Sie es ehrlich und erwarten Sie nicht ständigen Dank.

Fazit

Die Maßnahmen müssen natürlich zu Ihrem Unternehmen und den Mitarbeitern passen. Am Ende ist es ein Mix aus allem, denn: kein Mitarbeiter lässt sich nur mit Lob motivieren und Obst und Snacks sind zwar toll, ersetzen aber nicht eine fehlende Anerkennung oder ein zu geringes Gehalt.

Und auch wenn die Leidenschaft fehlt und der Mitarbeiter immer nur Probleme sieht, statt Chancen und Herausforderungen, helfen auch die besten Anreize nicht. Auch das muss man als Führungskraft schlicht und ergreifend erkennen und seine Energie „um fokussieren“.

2019-02-01T10:01:30+00:00